Rapunzel

Martina mi dem Pagenkopf
trug gerne einen falschen Zopf.
Sie fand das sehr dekorativ,
jedoch die Freundin lacht sich schief.

„Die Mode ist schon längst passé.
Wenn ich mit diesem Zopf dich seh‘
kann ich den Drang nicht stillen;
ich muß vor lachen brüllen.“

Dann lache nur du dumme Gans,
dachte der Freund sich, nämlich Hans.
Er selber war ein echter Wiena
und schwer verliebt in die Martina.

Sehr oft denkt er:“Was mach ich bloß!
Wie werde ich die Waldtraut los?
Will die Martina ich besuchen,
dann möchte ich von Herzen fluchen.

Die Treppenstufen knarren sehr,
da schaff‘ ich‘s leider auch nicht mehr
am Parterre vorbeizuschleichen,
um die Martina zu erreichen.

Da liegt die Waldtraut auf der Lauer.
Und die wird natürlich sauer,
will ich mich nach oben schleichen
um Martina zu erreichen.

Doch Matina ist gewitzt.
Und die Sache ist geritzt.
Denn sie ist spät nachts noch munter
und läßt dann ihren Zopf herunter.

Er zupft drei Mal und sagt: „Ich bin‘s!“
Sie zupft zurück: „Komm rauf mein Prinz!“
Danach zieh‘n sie den Zopf nach oben.
Denn wenn die Waldtraut etwas merkt:
die würde toben!

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Wettbewerb

Nun ist‘s soweit – der Herbst ist da,
dem man gespannt entgegensah.

Wie der in einer einz‘gen Nacht
manch‘ Kunstwerk hat zuweg‘ gebracht!

Manch Maler, oft ein armer Tropf,
reißt sich das letzte Haar vom Kopf:

„Ich halte das für ungerecht !!!!
Ich male schließlich auch nicht schlecht !!!.

Jedoch mal eben auf die Schnelle?
Da fehl‘n mir einfach die Modelle.

Der fuhrwerkt rum hier wie ein Wilder
und malt andauernd tolle Bilder!

Na ja. Ich bin nicht auf ihn sauer,
denn seine Kunst ist nicht von Dauer.

Trotz Lobgesang und herer Dichtung:
sie fällt zum Opfer der Vernichtung.

Im nächsten Jahr, im Herbst sodann,
fängt er noch mal von vorne an.

Doch wird er mich erneut auch foppen:
sein Rum ist einfach nicht zu toppen!“

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Wo gibt’s denn so was

Beate kam heut spät nachhaus
und sucht den Haustürschlüssel raus.
Sie kramt, schimpft leise vor sich hin:
„jetzt ist er weg, er war doch drin?“
Der Rolf sagt: „Na dann such‘ mal schön.
Ich bleib doch hier nicht ewig steh‘n.“
Er wendet sich zum gehen und lacht:
„Viel Spaß dann noch und Gute Nacht!“

„Du Affe“ denkt Beate bös‘
und wird inzwischen auch nervös.
„Ich steckte ganz bestimmt ihn ein.
Er kann doch nicht verschwunden sein.“
Ein Auto hört man in der Ferne,
nur schwaches Licht der Gaslaterne
erhellt kaum wahrnehmbar die Nacht.
Kein Mond und auch kein Sternlein wacht.

Nachdem ein Stündchen nun vergangen,
hat sie noch einmal angefangen
zu schütteln, kramen und zu suchen
und herzhaft öfter auch zu fluchen.
Und endlich, nach zwei langen Stunden
hat sich der Schlüssel angefunden.
Im Taschenfutter war ein Loch,
durch das der freche Schlüssel kroch

und sich nicht rückte und nicht rührte,
und sie deshalb ihn auch nicht spürte.
Der Tag bricht an. Von einer Sause
kommt der Nachbar Schmitz nachhause.
Mit Gesang und flotten Sprüchen
ist er in sein Heim entwichen.
„Gottseidank“ sagt sie gequält.
„Der hat mit gerade noch gefehlt!“

Todmüde geht Beate nun zur Ruh‘
und deckt sich bis zur Nasenspitze zu.
Sie träumt verwirrt und denkt sich solche Sachen:
„Das mit dem Haustürschlüssel muß ich anders machen!“
Und dem Rolf werde ich morgen schreiben:
„Du kannst mir auch gestohlen bleiben.“
Und……..dann ist es erst mal für‘ ne Weile Schluß,
weil der Mensch ja schließlich auch mal schlafen muß!

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Bißchen davon, bißchen hiervon

Die Schnecke,

Es war einmal `ne Schnecke,,
die lebte im Salat,
weil sie in der Umgebung
genug zu essen hat.

Die Freundin Magdalena
kroch eines Tags vorbei:
sie leistet ihr Gesellschaft.
Und nun sind es schon zwei.

Einem Vogel fast entronnen
konnte Rosmarie sich retten.
Nun lebt sie auch dort im Salat,
darauf könnt‘ man fast wetten.

Die Gärtnerin schaut finster drein:
„Ach Gottchen, laß sie leben.
Es wird ja nicht so furchtbar sein,
wenn drei am Blatte kleben.“

Es sprach sich rum. Die Schneckenpost
hat keine Ruh‘ gegebnen,
posaunte überal herum,
wo weit‘re Schnecken kleben.

Da machten sie sich auf den Weg
zu Mariannes Garten.
Und krochen nun so schnell es ging
in ihr‘n Gemüsegarten.

Und die Gärtnerin Marianne
schmilzt Knoblaubutter in der Pfanne.
Und der Gärtner holt den Sekt:
hat auch schon den Tisch gedeckt.

Die Nachbarn stehen vor der Ture.
„Ach riecht das gut, langt‘s auch für Viere?“

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