Maskeraden

Dunkel und kalt ist’s. Ein bißchen Schnee
hat der Wind in den Ecken aufgetürmt.
Schwarz sind die Wasser, die Laternen
spiegeln sich. Winter ist’s. Es stürmt.

Hell erleuchtet sind die Fenster der Palazzi,
Musik und Lachen wehen durch die Nacht.
Durch die Gassen sieht man Masken eilen,
die ein Boot gerade hat an Land gebracht.

Glocken läuten, Lachen, fröhlicher Gesang.
Musik ertönt, die Gläser klirren, Heiterkeit.
Es ist, als würden übermütig alle Masken
vereint zu einer tollen Ausgelassenheit.

Karneval – und alle Menschen sind verborgen
hinter den Masken. Man ist nicht im Bilde.
Wer sind sie? Lebewesen ohne Gesichter?
Gut oder böse, was führ’n sie im Schilde?

Die alte Stadt in der Lagune hütet längst
ihre Geheimnisse seit vielen hundert Jahren.
Was oftmals dort im Karneval geschah,
wer weiß, ob jemals wir davon erfahren.

Viele Menschen tragen ständig Masken;
niemand weiß, ob Gut, ob Böse sich versteckt.
Eines Tages ist die Maske nicht mehr zu entfernen,
und was verborgen war wird nie entdeckt.

In aller Stille wurden große Dinge schon verrichtet;
in aller Stille wurde böswillig gemordet und vernichtet.
In aller Stille – was sie treiben weiß man leider nicht.
Sind sie erkannt, reißt ihnen nur die Maske vom Gesicht.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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