Die Zeiten ändern sich

Die Zeiten haben sich bereits geändert….

Unbekannt ist längst der Ort, wer hätt‘s gedacht,
da sagten sich die Füchse früher Gute Nacht.
Sie wurden auch gejagt von Wolf und Luchs,
bekamen die mal plötzlich Appetit auf Fuchs.

Im tiefen Wald, da legte auch der Jägersmann
so hin und wieder schon mal seine Flinte an.
Und wenn er aus dem Stall die Hühner klaute,
ihn der Bauer tüchtig auch das Fell verhaute.

Nun hat die Landflucht ihn gepackt. Weil jede Stadt
ein Schlaraffenland für ihn längst eingerichtet hat.
Abwechslungsreich die Nahrung. Die liegt jederzeit
rund um die Uhr auf Schritt und Tritt für ihn bereit.

Der Tisch ist gedeckt für den schönen Gesell.
Er braucht nicht zu fürchten um Leben, um Fell.
Und sorgenfrei wird auch der Nachwuchs groß.
Leben in der Stadt – (wie endet das dann bloß..?)

Die Waschbären haben längst es vorgemacht.
Die fühlen wohl sich hier bei Tag und Nacht.
Die haben sicher ihre ganz bestimmten Rituale
und ebenso schon länger ihre Stammlokale.

Zuzug ist da auch längst nicht zu verachten.
Es findet sich ein Platz zum übernachten.
Die Wildschweine sind über uns gekommen
und haben große Flächen eingenommen.

Gut genährt und sorgenfrei leben Wolf und Lux,
ebenso ganz unbeschwert Waschbär und der Fuchs.
Und Hasen, Wildkaninchen, Dachse, auch der Iltis
flüchten sich jetzt beinah täglich aus der Wildnis.

Ich seh‘s voraus! Die Zeiten kommen sicher bald,
da flüchten wir uns alle wieder in den Wald.
Wir bauen Hütten uns wie weiland die Germanen
und leben dann genau wie einstmals unsere Ahnen.

Es wäre schön, wenn jemand mich belehrt.
Ich glaube, irgendetwas läuft total verkehrt.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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