An einem schönen Frühlingstag

An einem schönen Frühlingstag
im Wonnemonat Mai;
es war am frühen Nachmittag,
so etwa gegen Drei,
da ging Johanna, frisch und jung,
mit langen Schritten voller Schwung
zum Schwimmen in ein Hallenbad,
das nachmittags geöffnet hat.

An diesem schönen Frühlingstag
im Wonnemonat Mai,
da war der frühe Nachmittag
inzwischen längst vorbei.
da schwamm Johanna her und hin,
blieb lange auch im Wasser drin.
Ein junger Mann schwamm hin und her,
bewundert die Johanna sehr.

Das war an einem Donnerstag
so gegen siebzehn Uhr,
im Monat Mai, im Hallenbad
schwamm man die letzte Tour.
Der Jüngling, mit verliebtem Sinn
blickte nun zu Johanna hin.
Johanna denkt: was will denn der?
Und blickte forschend zu ihm her…

An dem bewußten Donnerstag
im Wonnemonat Mai,
da war es früher Abend schon,
der Nachmittag vorbei.
Johanna und der Jüngling saßen
vor’m Eiscafé und beide aßen
ein Eis mit Sahne und mit Früchten.
Dann regnet’s und man mußte flüchten.

Das war an diesem Nachmittag
im Wonnemonat Mai.
Es regnete seit Stunden schon,
gleich Mitternacht vorbei.
Der junge Mann mit Namen Klaus
war in der Nähe gleich zu Haus.
Er sah gut aus, war auch ein Netter
und schützt Johanna vor dem Wetter.

Es war an diesem Donnerstag
im Wonnemonat Mai,
da war es weit nach Mitternacht,
bestimmt war’s schon nach Drei.
Der Kater, der dem Klaus gehörte,
die jungen Leute etwas störte.
So warf das arme Tier man raus.
Es saß verstimmt im Treppenhaus.

An einem schönen Frühlingstag
im Wonnemonat Mai,
es war am frühen Nachmittag,
so etwa gegen Drei.
Da war ein älteres Ehepaar,
er kahl, sie mit gefärbtem Haar,
das auf der Bank saß und sich freute
über die fröhlichen jungen Leute.

Es war nun schon so lange her,
an einem Donnerstag im Mai.
Es spielt ja keine Rolle mehr,
wie spät es war. War’s Drei?
„Ich frage mich, was macht ein Mann,
wenn er nicht gut schwimmen kann?
Denn ich bin bis heut der Gatte
einer richt’gen Wasserratte“.

Das Hallenbad, modernisiert
und auch für Wettkampf konzipiert,
ist Treffpunkt für die jungen Leute.
Das war’s schon damals, so auch heute.
Man will oft hoch hinaus,
man möchte Gipfel erklimmen,
man kann sehr tief fallen.
Hauptsache, man kann schwimmen.

Ein gutes Ende hat es oft genommen,
wenn einer sich hat freigeschwommen.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
Dieser Beitrag wurde unter Berlin, Gedichte, Geschichten, Humor, Kurzgeschichten, Lyrik, Prosa, Unterhaltung abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s