Der Kreis ist immer rund

Froh ist die Entenmutter und beglückt.
Kein Ei beschädigt oder eingeknickt.
Alle wurden ohne Mangel ausgebrütet
und die kleinen Küken dann behütet.

Aufmerksam sorgt die Entenmutter
für schmackhaftes, gesundes Futter.
Die Kleinen watscheln folgsam hinterdrein.
Erregend kann nun mal das Leben sein.

Die Schwimmversuche sind geglückt.
Stolz ist die Entenmutter und entzückt.
Und nie verläßt sie ihre Wachsamkeit,
denn Räuber sind oft nicht sehr weit.

Bald sind dann der Obhut sie entwischt,
denn nicht nur kleine Enten halten nischt
von weisen Sprüchen und von gutem Rat,
den die besorgte Mutter stets auf Lager hat.

Hinaus ins Leben, fremd, geheimnisvoll.
Für die Jugend ist das alles neu und toll.
Die liebevolle Mutter kennt das Leben.
Niemandem wird je Pardon gegeben.

Sie mahnt und achtet, macht sich Sorgen.
Nach jedem Tag wieder ein neuer Morgen.
Sie kann nicht dauernd mahnen, schützen.
Und wenn: es wird bestimmt nichts nützen.

Eines Tages sind sie alle fort, die kleinen Enten.
Ratlos die Entenmütter. Wenn sie lesen könnten,
dann sträubten sich die Federn ja im Nacken:
„Ente chinesisch – mit Gemüse – kroß gebacken“

Das Restaurant am Ufer ist bekannt bei Gästen.
„Ente chinesisch“ schmeckt am allerbesten.
Die Entenmütter watscheln ganz betrübt nach Haus
und brüten dann gleich wieder kleine Enten aus.

Das weiß die Welt schon seit Ulysses.
Kannste nix machen. Tja – so isses!

1.2.2010
LEWI

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
Dieser Beitrag wurde unter Berlin, Gedichte, Geschichten, Humor, Kurzgeschichten, Lyrik, Prosa, Unterhaltung abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s