Verhältnisse und Aussichten

Der junge Landwirt namens Ronny
hat einen Sohn, den kleinen Conny,
deshalb erwarb er nun ein Ponny.
Und so wie üblich hieß es Jonny.
Die Bauersfrau jedoch hieß Lonny
und rief nach ihrem Sohn: hey Sonny!.

Der Jonny hatte eine Schwester,
die hieß so wie die Oma: EstherI
Bei einer Feier, ‘s war Sylvester.
kam zu Besuch die Base, Hester.
Von den Männern gab‘s Geläster;
Opa*s Witz war nicht sein bester.

Die Schwägerin, die blonde Ute
zog meistens erst mal eine Schnute.
„Paßt dir was nicht, sag‘ meine Gute.
Ist dir schon wieder sonderbar zumute?“
„Ich mach mir nicht so viel aus Pute“.
„Droht man dir deshalb mit der Rute?“

Und Utes Gatte, also Schwager Fritze,
stand stöhnend auf von seinem Sitze;
„Öffnet die Fenster! Eine Wahnsinnshitze!
Ich mag es nicht, wenn ich so schwitze.“
Vetter Heinz erzählt nun seine alten Witze,
und: „Fenster zu, es zieht aus jeder Ritze!“.

Am Fenster stand gelangweilt Neffe Paul
und dachte so bei sich: ein braver Gaul,
das wär‘s! Da zerrissen die sich ja das Maul.
Ich arbeite. Ich habe Knete. Bin nicht faul,
Ich besuch‘ demnächst den Züchter Raoul.
Der hatte doch ´nen Rappen namens Saul.

Die Schwiegemutter nun, Marie- Luise,
sagt: „Schluß für heut‘, Ich krieg ne Krise.
Raus jetzt mit euch, Paul, Fritz und diese
bedauernswerte Ute mit der Nervenkrise.
Dann ordnet sie noch an, und ganz präzise:

„Vorläufig, Freunde, gibt es keine Feier.
Höchstens der Geburtstag noch von Meier.
Erst zu Ostern sucht ihr wieder bunte Eier.
Bis dahin aber Tag für Tag die gleiche Leier.
Früh zur Arbeit und abends zeitig in die Heia!“

—.Na, das sind Aussichten. „Au Weia“ ——-

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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