Bei uns zuhauße

Seit langem sind ja auch die Strauße
längst bei uns hier schon zuhauße.
Was woll‘n se noch in Afrika.
Nu sind‘se hier, nun blei‘m se da.
In vielen Zoos kann man ‘se sehen
gemütlich so spazieren geh‘n.

So‘n Laufvogel geht halt zu Fuß,
auch wenn er sich beeilen muß.
Er gibt Gas, macht lange Schritte;
schon geht‘s los, ab durch die Mitte.
Wenn der mal rennt, da biste platt,
was so‘n Strauß für‘n Tempo hat.

Niemand braucht sich zu erbarmen:
die leben hier zumeist auf Farmen.
Man staunt und denkt bei sich: au weia,
was legen die denn da für Eier?
Zum Frühstück zwei in einem Glas?
Das wär‘ ja mal ein Riesenspaß.

Da hat mal einer über Nacht
die Leute auf Ideen gebracht.
Bei uns gibt‘s bald, das ist ja klar,
mehr Strauß- (Farmen) als in Afrika.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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