Der Tellerrand

Da konnte man vor etwas über hundert Jahren
nicht schnell mal einfach so über den Globus fahren.
Ein Buch gekauft, darin konnt‘ man dann lesen,
wo verschiedene Entdecker schon bereits gewesen.
Es gab ja damals auch bereits elektrisch Licht,
(bei Kerzenschein sieht man bekanntlich nicht
oder nur wenig ohne Brille. Eben nicht genug.)
Schade, denn durch lesen wird der Mensch ja klug.

Da konnt‘ man lesen nun vom fernen Afrika,
wo mancher schon mal neugierig gewesen war.
Einer ging sogar verloren. Da lag er krank darnieder.
Man fand ihn ja zum Glück. „Das tu ich nie mehr wieder“
versprach er matt und zähneklappernd seinem Retter.
Ja so gehört sich‘s auch. Der Retter war ein Netter.
Es war‘n selbst welche bei den Indern und Chinesen
bereits zwecks Horizonterweiterung schon gewesen.

Ja, selbst zum Nordpol hatte mancher sich getraut,
und hatte einfach Glück. Das Eis ist nicht getaut.
Erforschte Höhlen, tiefe Meere,hohe Gipfel,
ferne Inseln und Gebirge, und die letzten Zipfel
von unbekannten Zonen und von jeden Kontinent.
Bis man da auch endlich jeden Winkel kennt.
Nicht Jeder konnte reisen; viele lasen Bücher.
War‘n gebildet aber trotzdem nicht viel klücher..

Viele haben sich die Finger wund geschrieben,
unverändert ist jedoch das Resultat geblieben.
Die Welt ist nun geschrumpft und immer schneller
erreichen wir den Rand vom Suppenteller.
So etwas wie: „In achtzig Tagen um die Welt?“
Hat man genügend Zeit, genügend Reisegeld,
dann schafft man es an einem Wochenende.
Die alten Zeiten sind schon längst Legende.

Man kann zuhause bleiben und auf Video seh‘.n:
„ Die Welt ist wirklich (noch) stellenweise wunderschön.
Bewundert fremde Länder, ganz entfernte Zonen,
wo andere Menschen und auch andere Tiere wohnen.
Da treibt die Neugier viele Menschen in die Welt hinaus,
und manchmal wird‘s ein Abenteuer dann daraus.
Und voll Erinnerungen kommt er wieder heim.
Auf jeden Fall wird er meist glücklicher klüger sein.

Das war noch in der guten alten Zeit.
Heut entdeckt man nicht; da macht man alles breit.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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