Biedermann’s Abendgemütlichkeit

Vor meiner Haustür steht ‘ne Linde,
in ihrem Schatten sitz ich gern,
ich dampf mein Pfeifchen in die Winde
und lob‘ durch Nichtstun Gott den Herrn.

Die Bienen summen froh und friedlich
und saugen Blütenhonig ein,
und alles ist so urgemütlich,
daß ich vor inn‘rer Rührung wein‘.

Und hätt‘ in Deutschland jeder Hitzkopf
wie ich, ‘ne Linde vor der Tür
und rauchte seine Portoriko
mit so beschaulicher Pläsier:

so gäb‘ es nicht so viel Krakehler
in dieser schönen Gotteswelt,
die Sonne schien nicht auf Skandäler,
und doch wär‘ alles wohlbestellt.

(Joseph Viktor von Scheffel)

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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