Man hat es sich ja gleich gedacht….

Du kuckst zweimal hin, na sieh‘ste!
Nichts als Sand. S‘ ist also Wüste.
Kein Baum, kein Strauch, nur immer Sand.
Wär‘ Wasser da, dann wär‘s ja Strand.
Wasser aber gibt es nur in der Oase.
Grad‘ sah‘ man se, und Bums, weg war se.

Hat die Fata Morgana sie verschwinden lassen?
Was hier passiert, das kann man ja nicht fassen.
Hin und wieder trifft man auch Kamele.
(Die bewußten mit der schönen Seele)
Die geritten werden von den Scheichen,
wenn sie müde durch die Wüste schleichen.

Oh jeh, was ist das bloß für‘n Land.
Von früh bis abends nichts als Sand.
Nur ab und zu mal eine Bodenwelle;
die bleibt nicht immer an der selben Stelle.
(sie wandert. Sozusagen eine Wanderwelle.)
Zum Abend hin, da sollte man versuchen,
ohne über‘n vielen Wüstensand zu fluchen,

die Oase erst msl gut und sicher zu erreichen.
Sonst kann man eine ruhige Nacht gleich streichen.
In der Oase gibt es was zu essen und zu trinken,
dann kann man endlich in den Schlaf nun sinken.
Vielleicht hat man jedoch geträumt von einer Insel
mit Palmen, Affen, Kokosnüssen, ringsum Meer.

Das ist dann allerdings ein rechter Einfaltspinsel,
der sich jetzt fragt: nanu, wie komme ich hier her.
Sogleich ist man schon wieder in dem Land,
wo‘s außer Sand nichts weiter gibt als immer Sand.
Die Sonne brennt, das hält ein Mensch kaum aus.
Ermattet kommen Beduine und Kamel nachhaus.

„Nun kehrst du endlich heim, geliebter Scheich!“
Suleika ruft beglückt, „Steig ab, ich komme gleich“
Und müde denkt sich das Kamel „Endlich zuhaus.
Jetzt ruhe ich mich aber erst so richtig aus!“
Und auch der Scheich will nun zunächst mal seine Ruhe.
„Suleika, sieh‘ mal nach! Ich habe Sand im Schuhe!“

Zum Schlafe streckt er sich nun unter seine Decken,
bis ihn verführerische Hammelbratendüfte wecken.
In weit entfernten Gegenden auf dieser schönen Welt
lebt man trotz Sand zufrieden doch im Beduinenzelt.
Bei uns hätt‘ man natürlich nicht so blind vertraut.
Die Zukunft ist versaut, Hätt‘ man auf Sand gebaut.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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