Urlaubsreise

Gustav reiste mit Amalien
endlich auch mal nach Italien.
Schließlich kann man das verstehen:
man muß doch mal was Neues sehen.
Amalie wünscht; Gustav ist gnädig:
„Na gut, wir halten in Venedig!“

Man sieht viel Tauben, viele Leute,
und viel Touristen; eine Meute
von Schülern stürmt den Markusplatz.
„Jetzt hab‘ ich Durst, mein lieber Schatz‘
sagt flehend die Amalie nun:
„ich habe Lust, mich auszuruh‘n!“

Endlich dann, nach ein paar Stunden
hat man ein Lokal gefunden,
abseits in einer kleinen Gasse.
Mit Aussicht auf ‘nen Teil der Straße.
Da saß man gut und konnte seh‘n
die Leute dran vorübergeh‘n.

Und an der nächsten Ecke, das war stark,
gab es auch einen schönen kleinen Park.
Da saßen Männer, und die lasen Zeitung
zwecks angestrebter Horizonterweit‘rung.
Ein Aufschrei plötzlich rang sich aus Amalien:
„Na guck mal, Gustav, sind das keine Dahlien?:

Wir sitzen ja Espresso trinkend mitten in Italien
und müssen doch die Rechnung noch bezahlien!“
Tatsächlich wuchsen mitten in Italien
im kleinen Park die schönsten aller Dahlien.
Und Gustav brach auch eine heimlich ab,
die er knieend vor Amalie dieser gab.

Gemütlich schlendernd aber kam die Polizei
unversehens am Ort der schnöden Tat vorbei.
Da halfen keine Tränen von Amalien.
man klaut halt keine Dahlien in Italien.
Da mußte Gustav eine ganze Nacht lang zittern.
wegen Dahlien in Italien hinter Gittern.

Nun woll‘n sie aber weiterreisen nach Sardinen.
Von Dahlien haben sie genug. Jetzt woll‘n se Pinien.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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