Nachts sind meistens dunkle Stunden….

Nachts sind meistens dunkle Stunden
und der Mond scheint auch nicht immer.
Kaum hat man den Weg gefunden;
nicht mal bißchen Sternenschimmer.
Dunkelheit und tiefstes Schwarz
auch in Thüringen und Hessen;
in Sachsen, Bayern und im Harz;
Schleswig-Holstein nicht vergessen.
Nur Finsternis und gar kein Licht,
man sieht die Hand vor Augen nicht.

Das hat ja die Natur so eingerichtet,
daß man im Dunkel nicht gut sehen kann.
Da war man eben größtenteils unterbelichtet
und nirgendwo ging plötzlich eine Lampe an.
Deshalb dann hatte man den Strom erfunden,
um uns damit Erleuchtung zu verschaffen.
Nun knipsen wir des Nachts die Lampen an
und hocken nicht im Dustern, wie die Affen.
Doch zahlt man seine Rechnung nicht,
ja liebe Freunde, was ist dann?

Dann kann man knipsen wie man will,
die Lampe geht trotzdem nicht an!
Manch erbärmliches Gelichter
scheut das Licht, kommt nachts hervor,
schneidet gräßliche Gesichter,
schreit mitunter auch im Chor.
Mäuse, Katzen, Ratten, Hunde
und auch finstere Gesellen
triffst du dann zu später Stunde,
die dir deinen Weg verstellen.

Bleib’ zuhaus, mach an das Licht,
ebenso auch den Fern-se-her,
weil da jemand zu dir spricht.
Rücke noch ein bißchen näher.
Das Programm ist wirklich spannend:
in dem Film ist’s grade Nacht,
da wird einer unvermutet
um sein Portemonnaie gebracht.
Der Dieb läuft fort, weiß nicht wohin,
der Film schwarz/weiß-, keine Laterne.

Im Portemonnaie war auch nichts drin,
Na, so’ne Nacht, die hab ich gerne.
Denn wenn es draußen finstere Nacht,
und du hast eine Lampe aufgehangen,
dann ist, knipst du den Schalter an,
dank Vattenfall ein Licht dir aufgegangen.
Man saß auch früher um die Lampe rum
und dann erzählte man sich dies und das.
Es roch ja meistens etwas nach Petroleum;
und hatte trotzdem eine Menge Spaß.

Da konnte eben noch kein Radio klingen,
da redete kein Fernseher andauernd drein.
Da mußte man sich seine Lieder selber singen
und konnte glücklich und zufrieden sein.
Gemütlich sind die Abende, zu zweit oder alleine.
Es regnet, und um die Ecken pfeift der Wind.
Da sitzt man gern bei einem Gläschen Weine
und rätselt, wo die Gangster abgeblieben sind.
Ach ja, das sind die dunklen Nächte,
wo ich gar nicht schlafen gehen möchte………..

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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