Die Einsicht kam zu soät

Es war einmal ein Jägersmann,
der legte seine Flinte an
und schoss!

Er sah sehr schlecht
und traf sodann den Reiter
samt dem Ross.

Der Reiter fiel vom Pferd herab,
brach sich ein Bein und merkte:
das tut weh.

Da lag er hilflos, Rache schwörend
und hadernd mit der Welt
im grünen Klee.

Das Ross hatte Reißaus genommen,
bekam vom Knall, wen wundert es,
doch einen großen Schreck.

Und lief, das ist ja auch kein Wunder,
so weit es seine Hufe trugen
nun erst mal weg.

Der Reiter humpelt voller Schmerzen
auf Hilfe hoffend durchs Gelände,
nicht ohne kräft‘ges Fluchen.

Er will den Missetäter massakrier‘n,
um ihn zu haben muß er ihn nun aber
erstmal suchen.

Der Jägersmann, der unerkannt
in den dunklen Wald entschwand
in aller Stille,

saß auf‘nem Baumstumpf sinnend rum
und voller Einsicht dachte er:
ich brauche eine Brille.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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