In einem weit entfernten Land

IIn einem weit entfer nten Land,
Da lebte mal ein Elefant.
Der Elefant hieß Theodor.
(Der Name kam dort selten vor.)
Die Leute wundert es unsäglich,
der Name ist ja nicht alltäglich.
„Das is mir wurscht“ die Mutter spricht,
„Nen andern Namen kriegt er nicht!“

Und eines Tag‘s die Mutter sagte,
als sie mit Theo durch den Urwald trabte:
„Die Welt ist groß, die Welt ist weit,
und deshalb wird es höchste Zeit,
daß wir uns dieses auch beweisen
und deshalb endlich mal verreisen.
Ich dachte da so an Europa,
denn dort lebt lange schon dein Opa!“

„Erst tüchtig essen und dann schlafen.
und dann marschieren wir zum Hafen.
Wir werden auf ein Schiff uns schleichen,
um dann Europa zu erreichen!“
Da gab‘s tatsächlich einen Kapitän,
der sah die Elefanten wartend steh‘n
und sagte scherzend: „Kommt an Bord,
denn in zwei Stunden sind wir fort!“

Und so ist‘s wirklich dann gekommen,
man hat die Elefanten mitgenommen.
Verzweifelt hat der Koch gestöhnt:
die Gäste wurden sehr verwöhnt.
Im Nächsten Hafen kauft man Brot und Butter,
und auch ne Menge Elefantenfutter.
Die See ist ruhig, s‘ Wetter schön,
von weitem kann man Festland seh‘n.

So‘n Elefant hat doch kein Telefon
Ratlos sind Mutter nun und Sohn;
und durch die Landschaft wandern sie
voll Hoffnung‘ denn man weiß ja nie!
„Der Opa wohnt vielleicht im Zoo.
Man müßte aber wissen, wo!“
Es wurde warm, es war schon Mai.
Und plötzlich kam die Polizei.

„Das kann man aber wirklich nicht riskieren!,
Elefanten, die auf der Autobahn spazieren.
Wir rufen halt mal an im nächsten Zoo.
Da sind die Leute sicher auch sehr froh,
daß wir wahrscheinlich nach paar Stunden
die Wandervögel unversehrt gefunden!“
Dem Zoo kam es sehr komisch vor,
daß Mutter und Klein-Theodor

so ganz alleine durch die Landschaft zogen.
Das hatte sie natürlich dann bewogen,
daß man sie ihren Artgenossen zugesellt.
Im Zoo bezahlt ja der Besucher Eintrittsgeld.
„Bist du mein Opa?“ fragt der Kleine
und läuft den Großen durch die Beine.
„Ach Theo, Kind, bis hier sind wir gekommen,
das hat ein gutes Ende ja genommen.

Der Opa war in seiner Jugend Zirkuselefant.
Nu find mal den in einem ziemlich großen Land.
Wir müssen aufmerksam auf jede Rede horschen,
und werden weiterhin nach Deinem Opa forschen!“
So‘n Elefant kann ja natürlich auch nicht lesen,
drum hört er sich mal um,wo mancher schon gewesen
von den anderen Elefanten und Verwandten.
Ob diese ein paar Einzelheiten kannten.

Noch vor dem einschlafen, da unterhält man sich.
Was die sich so erzählen, glaubt man nich.
Da bleibt ein Wärter schon mal lauschend steh‘n,
um nach dem Abendessen noch mal nachzusehn,
ob alles nun auch wirklich seine Ordnung hat;
und ein jeder Elefant auch eine Lagerstatt.
Um zu verstehen was sie sagen, ist‘s vonnöten,
herauszufinden was die so trompeten.

Fortsetzung folgt:
(Sensationen, Sendationen)

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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