Wie gut, daß wir vergliche haben

„Wie gut, daß wir verglichen haben-“
so spricht Herr Max, klug und gewitzt,
wie klug, daß wir verglichen haben –
dann ist die Sache bald geritzt.
Noch einmal alles abgeklärt,
geprüft und wohl durchdacht,
dann läuft bestimmt nichts mehr verkehrt
und wird im Handumdreh‘n gemacht.

Was dem Herrn Max zum Wohle wollt gelingen,
das kann für andere doch auch von Vorteil sein.
Es ist nicht schwer, sich dazu durchzuringen
und schnellstens stellt dann der Erfolg sich ein.
Wie gut, daß wir verglichen haben-
und wär‘s auch nur, wie spät es ist.
Wie gut, das wir verglichen haben-
die Uhr geht nach, na so ein Mist.

Die Sonne scheint, der Himmel blau und klar;
kein Wölkchen ist auch weit und breit zu seh‘n.
Na, denkt man sich, da kann man wunderbar
in der Natur ein Stück spazieren geh‘n.
Wie gut, daß wir verglichen haben –
Großvater‘s Rheuma und die Wettervorhersage.
Wie gut, daß wir verglichen haben –
es goß in Strömen noch an diesem Tage.

Kopfüber will der gute Freund sich in die Ehe stürzen,
doch dann kommt Zweifel auf, man weiß ja nie –
das würde seine Freiheit ganz empfindlich kürzen,
die braucht er doch – was wär‘ er ohne sie.
Wie gut,daß er noch mal verglichen hat –
noch einmal umgeschaut sich auch nach anderen Bräuten.
Wie gut, daß er noch mal verglichen hat –
die Hochzeitsglocken können später auch noch läuten.

Wie gut, daß wir verglichen haben –
dabei hilft Werbung und auch die Reklame.
Wie gut, daß wir verglichen haben –
für Qualität verbürgt sich dieser Name.
Ein anderer Name bürgt für ganz solide Preise,
ein weiterer für gute Haltbarkeit.
Man macht mit „Dingsbums“ preiswert eine Reise
und wartet ungeduldig auf die Urlaubszeit.

Man sieht, in keinem Falle ist es schädlich,
im Gegenteil, es kann von Vorteil sein.
Es bringt doch etwas, müht man sich dann redlich
und holt erst mal ein paar Vergleiche ein.
Gut, daß wir noch mal verglichen haben –
mein Schreibtisch ist so voll, das wird ja immer doller.
Gut, daß wir noch mal verglichen haben –
sein Schreibtisch ist entschieden voller.

Mit der Loren kann ich mich nicht vergleichen,
obwohl ich gern ein bißchen wär‘ wie sie.
Ich könnt der Cardinale nicht das Wasser reichen,
in die Versuchung käme ich auch nie.
Wie gut, daß ich verglichen habe –
ganz überflüssig sind ja die Vergleiche nich.
Wie gut, daß ich verglichen habe –
denn sie ist sie und ich bin ich.

Wie gut, daß wir noch mal verglichen haben –
nun wissen wir auf jeden Fall, woran wir sind.
Wie gut, daß wir noch mal verglichen haben –
sonst wären wir vielleicht für unserer Fehler blind.
Man soll‘s ja nicht gleich immer übertreiben,
doch schadet hin und wieder kein Vergleich.
Ich muß andauernd Verse, Verse, Verse schreiben
und mach damit erst mich und dann die anderen weich !!!

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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