Das Gute ist ja (Der Designer)

Das Gute ist ja, daß man gar nichts weiß! (Der Designer 1)

denn wenn man’s wüßte wär’s vielleicht ganz lapidar.
Nun kann die Fantasie sich augenblicklich frei entfalten.
So oder so, es ist doch alles unbestritten wunderbar.

Der Boss, dem die Verwaltung und Gestaltung anvertraut,
war anfangs sicher nicht erfreut, könnte man meinen.
Wie sollt’ er etwas ordentliches hier zustande bringen.
Soweit das Auge reicht nur Wasser, abgelöst von Steinen.

Er war zunächst von diesem Posten sicher nicht begeistert,
denn für ein kühnes Auge war die Ansicht unten miserabel.
Dem abzuhelfen mußte schnellstens nun etwas geschehen.
Die ganze Ödnis so zu lassen – das wäre sehr blamabel.

An einem wolkenreichen Tag begegnete ihm plötzlich einer,
der auch ein bißchen ratlos, so wie er, hernieder schaute.
Der hatte Einfälle, unglaublich, und auch eine rege Fantasie.
Der Boss war tief beeindruckt nun von dem, was der sich traute.

Mein lieber Freund, sprach da der Boss, ich engagiere dich.
Laß deiner Fantasie nur freien Lauf; es kritisiert dich keiner.
Wär’ doch gelacht, wenn man da nichts draus machen könnte.
Fang schon mal an, denk schon mal nach, ich nenne dich Designer.

So kam es dann, daß nach und nach so manches sich ergab.
In seiner Werkstatt stapelten Entwürfe sich und viele Pläne.
Wo fang ich an – hört man den armen Kerl nun öfter stöhnen.
Ich hab’ ja keinen, der mir hilft – mach alles janz alleene.

So nach und nach ist alles dann entstanden, ist geworden.
Unermüdlich auch entworfen und gestaltet, ausgedacht.
Dann hat auch die Natur von selbst noch Fantasie entwickelt.
So wurde mit vereinten Kräften dann ein Wunderwerk vollbracht.

Wie es mitunter zuging in den schaffensreichen Zeiten
und wie das alles kam, was so passierte hin und wieder,
das ist, zu wissen ja, vielleicht für manchen interessant.
Deshalb auch schrieb ich das ja alles für euch nieder.

L E W I

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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