Die Ente hatte schon geschlafen

Die Ente hatte schon geschlafen,
….auf einmal wird sie wieder wach.
Sie schlief ja ziemlich dicht beim Hafen,
und da war plötzlich großer Krach.

Die Ente schloß erneut die Augen,
weil es sie nicht direkt betraf.
Dann wurde es auch wieder ruhiger.
Die Ente fiel sogleich in Schlaf.

Am Morgen fragte sie die anderen Enten:
„Was war denn los hier heute Nacht?
Wer hat denn zu so später Stunde
noch solchen Riesenlärm gemacht?“

Die anderen Enten war‘n beim Frühstück
und schauten sie verwundert an.
Sie schnatterten noch durcheinander,
bevor die Aufklärung begann.

Die Ente war nun auch zufrieden,
sie wußte jetzt genau Bescheid.
Dann zog sie ruhig ihre Morgenrunden.
Es wurde ja auch höchste Zeit.

„Was war denn los?“ fragt mich ein Opa.
„Ist was passiert? Kam einer um?“
„Ich weiß auch nicht, was hier passierte.
Aber denken kann ich mir, warum!“

Die Enten haben es schon längst vergessen,
was heute nacht sie hat so sehr gestört.
Sie haben hier ja schon so oft gesessen
und diesen Lärm genauso oft gehört.

Man geht am Ufer sehr gern spazieren.
Man schaut verträumt ins Abendrot.
Es können Dinge, seltsam, schon passieren.
Ich kenne einen, der hat hier ein Boot.

Es ist bald Abend. Es wird schon dunkel.
Die Enten suchen sich ein Plätzchen aus,
da können sie dann ruhig schlafen
im Schilf – früh komm‘se wieder raus.

Nun wird es Herbst. Die Blätter fallen
und ab und zu weht scharfer Wind.
Man schaut sich um und sucht die Enten,
die hier im Sommer geschwommen sind.

Sie haben es wohl schon bezogen,
ein gemütliches Winterquartier.
Sie sind auch nicht sehr weit geflogen.
Sie bleiben ja im Winter hier.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
Dieser Beitrag wurde unter Gedichte abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s