Tief im Wald in einer Schlucht

Tief im Wald in einer Schlucht.
haust ein Räuber, den man sucht.
Förster Knut hat viele Stunden
ihn gesucht und nie gefunden.

Das erfüllte ihn mit Frust
und vermieste ihm die Lust,
den frechen Dieb dingfest zu machen.
Der konnte über‘n Knut bloß lachen.

Förster Knut hört man oft fluchen,
denn er muß die Fährten suchen,
die der Dieb oft hinterließ,
wenn er auf ein Opfer stieß.

Aber völlig ohne Blut,
das war einesteils ja gut,
andrerseits jedoch dubios.
„Ach, wie macht der das denn bloß“

fragte sich der Jägersmann
und lehnt sich an ´nen Baumstamm an.
Gewarnt werden die Bürger bald:
„Geht nicht zu tief in diesen Wald.

Da haust ein ziemlich großes Tier
und kommt gewöhnlich nicht herfür.
Nur selten, meist im Morgengrauen
streift es herum und geht was klauen.

Der Chef vom Zirkus Bullerbeck
schüttelt den Kopf: „der Bär ist weg.
Wir müssen schnellstens ihn entdecken,
dürfen die Bürger nicht erschrecken!“

Am Zirkusseil, den Kopf nach unten.
hing Valentina, schon seit Stunten,
Sie übt zusammen mit dem Fänger.
“Ich hör jetzt auf, ich kann nicht länger!“

Der Fänger Jochen nimmt es heiter:
„Na gut, wie machen morgen weiter!“
Und abends wird es kalt im Wald,
da trifft man Valentina bald

die leise ruft: „Petz, komm nachhaus.
Es schimpft dich sicher niemand aus.“
Und noch eineinhalbe Stunden,
dann hatten sie sich doch gefunden.

Tief im Wald in einer Schlucht
hat man ganz umsonst gesucht.
Da war kein Tier, da war kein Geist.
Was auf jeden Fall beweist,

viel zu schnell verließ der Mut
unseren guten Förster Knut.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
Dieser Beitrag wurde unter Gedichte abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s