Moderne Zeiten

Moderne Zeiten wird es immer geben,
weil wir Menschen ja im voraus leben,
der Zukunft zugewandt, wie man so spricht,
ob’s aber besser wird, das weiß man nicht.
Die nach uns kommen, werden sicher lachen
und denken sich, sie könnten’s besser machen.
Vielleicht auch werden sie dann weinen müssen.
All dieses kann man ja nicht immer vorher wissen.

Das, was einmal gewesen gut und wichtig,
ist für die Gegenwart inzwischen null und nichtig.
Vielleicht geht manches auch nicht mehr zu reparieren,
Die Folgen davon werden wir noch spüren.
Genau dies sagten auch vor hundert Jahren
schon unsere Vorfahr’n, die viel Leid erfahren
und die rückblickend meinten, daß es vordem besser war.
Kontinuierlich blieb nur eins: zwölf Monate hat’s Jahr.

Wieviel von alten Zeiten wir auch erfahren oder lesen,
es ist immer eine Zeit des Fortschritt’s auch gewesen,
und ob damit das alles für die Menschen gut und richtig
seh’n wir noch heut..Einiges schlecht, einiges wichtig.
Die Kinder und die Enkel werden weiter Fortschritt machen
und sicher über viele Dinge herzhaft lachen,
die wir in unserer Einfalt gut und richtig fanden.
Jedoch: man kann auch auf der Nase landen.

Es wäre gut, wenn man den Fortschritt etwas bremsen könnt,
um Schritt zu halten, um, was uns noch auf den Nägeln brennt
zu überdenken, neu zu ordnen, zu berichtigen, zu regeln,
damit wir nicht ganz plötzlich in einen Abgrund segeln.
Vielleicht sollte man sagen: bleibt doch mal eine Weile stehen.
Wohin es gehen soll, das müssen wir ja erst mal sehen.
Möglicherweise bekommen wir es dann sogar noch mit:
es ist nicht ganz verkehrt, wenn man mal auf der Stelle tritt.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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