Paul und Paula

Im Urwald war‘s, in Honduras,
„Nanu, ich hör‘ es raschelt was“
sprach da der Forscher Habermann.
Ans Ohr legt er die Hand sodann
und blickt seinen Kollegen an.
Und dieser Doktor Leberecht
sagt nun: „ Ich glaub, ich hör nich recht!
Ich fang‘ gleich an zu träumen.
Es raschelt in den Bäumen!“

Als sie die Blicke nun erhoben,
sah‘n über sich sie weiter oben
zwei Tiere in den Ästen hangen.
„Wir wollten hier doch Frösche fangen“
sagt mürrisch Doktor Leberecht.
„Nun ja, es ist ja auch nicht schlecht,
wenn wir zunächst mal forschen,
was gibt‘s denn hier zu horschen!“

Am einem dicken Ast am Baume
da hingen Zwei! Oh ja, man staune,
der eine faul, die andere faula,
Faultiere waren‘s. Paul und Paula.
„Ach Paul“ flüsterte die Paula schwach,
„ich bin schon fast zwei Stunden wach“
Paul gähnt: „Ich mach‘ die Augen zu
und gönn‘ mir noch ein Weilchen Ruh!“

Verwirrt meint Doktor Leberecht:
„Ich glaube fast, mir wird ganz schlecht,
seh‘ ich sie hängen, Kopf nach unten;
so hängen sie da Stund‘ um Stunten.!“
„Nun ja“ sagt Forscher Habermann.
„Dann seh‘n Sie sich was anderes an.
Nur keine Angst und keine Bange.
Am anderen Ast hängt eine Schlange,!“

Voll Mut sagt Doktor Leberecht:
„Nanu, ist die denn wirklich echt?“
und will sie grad‘ berühren.
„Das würd* ich nicht riskieren“
sagt drauf der Forscher Habermann
und wendet sich zum gehen dann.
„Vom Urwald habe ich genug.
Ich fahr nachhause!“ “Das ist klug!

Beenden wir hier den Besuch.
ich komme mit und kauf mir‘n Buch.
Im Urwald sind wir nun gewesen.
Dann werd‘ zuhaus ich drüber lesen!“
Und leise raschelt es im Ast.
Der Paule hat kein Wort verpaßt.
„Schlaf weiter, meine kleine Perle.
Jetzt hau‘n sie ab, die beiden Kerle.

Die störten hier nur unsere Ruh‘ !“
Dann fielen ihm die Augen zu.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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