In Wald und Flur herrscht die Natur

In der Nähe von den Feldern,
bei den tiefen dunklen Wäldern
führt ein Weg. Dort ist es finster.
Nur am Waldrand leuchtet Ginster.
Dichte Tannen, hohe Baume,
schmale Pfade, Zwischenräume.
Der Förstern hat hier sein Revier;
da lebt so allerhand Getier.

Der Fuchs, der Dachs sowie der Hirsch;
und geht der Jäger auf die Pirsch,
trifft Wildschwein er und auch das Reh;
und manchmal ganz in seiner Näh‘
bleibt leise er zunächst mal steh‘n,
um den Waschbär‘n zuzuseh‘n.
Und geht der Förster durch‘s Revier,
entfleucht recht schnell kleines Getier.

In Stiefeln und mit festem Schritt;
die Käfer kriegen‘s auch gleich mit.
„Versteckt euch Brüder, s‘ naht Gefahr.
Erinnert euch an letztes Jahr,
s‘ gibt kein Entkommen. denn man irrt sich.
Ein Tritt mit Größe sechsundvierzig,
da geh‘getrost mal davon aus:
der löscht die Lebensgeister aus!“

Und tief im Wald, dort bei der Eiche
an dem schillernd grünen Teiche
saß die Kröte. Blickte stumm
sich nach allen Seiten um.
Sie schaut hin und schaut zurück.
Denn sie hat den bösen Blick.
Doch honigsüß schaut sie, man sehe,
hüpft ein Froschlein in der Nähe.

Arglos die Fröschlein sich vergnügen.
Spielen haschen und sich kriegen.
Doch der Schlangenkönig Gunther.
tut nur so, als spielt‘ er munter
mit den Fröschen heit‘re Spiele.
Vielmehr hat er finstre Ziele.
Schnappt sich einen, schluckt ihn runter,
und dann spielt er wieder munter,

keiner hat es ja gesehen,
wie‘s um jenen ist geschehen,
mit den Fröschein weiter ,fangen‘
wenn sie in seine Näh‘ gelangen.
Die Kröte freut‘s, den Gunther auch.
Manch Frosch gelangt in seinen Bauch.
So mancher hat die Mär vernommen:
bald werden viele Schlangen kommen

und am Teich im dichten Wald
sah‘ man dann kein Fröschkein bald.
Die Kröte grinst. Sie ist erfreut.
Spazieren geh‘n mitunter Leut‘
und suchen Pilze oder Beeren
und lassen sich dabei nicht stören.
Der Uhu sieht dem Treiben zu.
Ihm ist‘s egal. Denn seine Ruh‘,

die opfert er ja nicht so schnell.
S‘ist ihm ja schnurz. Then go to hell.
Bald war‘s am Teich nicht mehr geheuer.
Denn alle Tage kam ein neuer
Schrecken auf die Fröschlein zu.
Sie fanden nie mehr etwas Ruh‘.
Doch plötzlich dann, nach ein paar Stunden
ein Habicht drehte ein paar Runden.

Es dunkelte. Seit ein paar Stunden
hatt‘ er zum Abendbrot nichts gefunden.
Da sah er Krote und auch Schlange.
Nun hungert‘s ihn auch nicht mehr lange,
mit Sturzflug landet er im Wald,
Frißt Schlange und die Kröte bald
und fliegt gesättigt nun nachhause.
,Da mach ich öfter mal e‘ne Pause‘

denkt er sich so in seinem Sinn.
,Da flieg‘ ich jetzt mal öfter hin!‘
Die Fröschkein läßt er stets in Ruh.
Da macht er beide Augen zu.
Inzwischen ist am grünen Teiche
nahe bei der alten Eiche
der Friede wieder eingehkehrt.
Denn Einigkeit ist nie verkehrt.

Den Storenfrieden doch zum Schreck
die frißt er langsam alle weg.
„Schau ich herab außer großer Höhe,
entsetzt es mich, was ich da sehe.
Ich will mir ja den Magen nicht verderben.
Trotzdem, ihr solltet doch wo anders
Unheil anrichten.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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