Zeit für Märchen

(Der Froschkönig)

Der Herr der Frösche, Isidor,
kam sich als König einsam vor.
So sprach er in ´ner schwachen Stunde
zu einer Jungfrau, Adelgunde:
„Ach Fräulein, folgt mir in mein Heim,
Ihr werdet dort die Kön‘gin sein.
Die Frösche werden Euch zu Füßen liegen.
Wir werden auch ,ne Menge Kinder kriegen!“

Zunächst war Adelgunde erst mal platt:
weil sie mit so etwas ja nicht gerechnet hat.
Jedoch als Königin? Wer sagt da nein?
Das kann ein Leben nur in Wohlstand sein.
„Dann möchte ich unter den Hochzeitsgaben
auf jeden Fall ´ne gold‘ne Kugel haben!“
Der König Frosch willigte gerne ein.
„So‘n kleiner Wunsch wird zu erfüllen sein.“

Am Waldesrand, an einem Teich
herrscht König Frosch über sein Reich;
und alle Frösche quaken laut,
als der Bräutigam mit Braut
zum Hochzeitsfest sie eingeladen,
worauf sie schon gewartet haben.
Man feierte bis in die Nacht
und hat auch reichlich Krach gemacht.

„Mein Schloß liegt leider tief im Teich.
Nun folge mir, ich zeig‘s dir gleich.
Ich lege Dir mein Reich zu Füßen.
Du mußt auch noch Mama begrüßen.
Papa, den müssen wir vergessen.
Den hat der Uhu aufgefressen.
Und Adelgunde wurde plötzlich blass:
Da unten ist dein Schloss? Da ist‘s doch naß!“

Bevor sie in das Wasser springen sollte,
was sie inzwischen aber nun nicht wollte,
sagt sie jetzt mit verstellter Stimme: „Horch!
man hat als Kind verzaubert mich, ich bin ein Storch.
Und falls ich einmal heirate, der Zauber bricht,
dann bin ich wieder Storch . Das glaubst Du nicht?
Dann werde ich die Krone dir vom Kopfe reissen
und dich mit meinem langen Schnabel tüchtig beißen!“

Der König Frosch hat kurzen Abschied noch genommen,
da ist er um das Schlimmste doch noch rumgekommen.
Doch Adelgunde war bestimmt auch nicht so ohne,
denn sie behielt natürlich seine gold‘ne Krone.
Aus purem Gold, das hatte sie schon prüfend festgestellt.
Die Bank sagt auch;“viel sicherer ist Gold statt als Geld.
Der Stand der Ehe sei dem Menschen heilig,
Diese beiden hatten‘s leider viel zu eilig.

So geht‘s. Schon muß man wieder von einander scheiden.
Man sollte besser Klassenunterschiede meiden.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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