Ein Trauerspiel

Einakter

Die Fliege flog schon eine Weile,
zum Teil gemächlich, teils in Eile,
zum Teil auch orientierungslos
nun durch den Raum. Er war zu groß,
um sich für einen Platz noch zu entscheiden.
Sie mußte lange Anflugwege meiden.

Sie war schon schwach. Ihr naht das Ende,
und ringsherum nur weiße Wände.
Denn bis zum Bilderrahmen war‘s noch weit.
Vielleicht blieb ihr ja nicht mehr so viel Zeit.
Vom Lampenschirm herab nahm sie jetzt Maß!
Schafft sie es noch? Wie weit ist das?

Sie wollte fliegen, doch etwas hat sie abgelenkt.
Sie hat sich in der Kaffeetasse dann ertränkt.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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