Der Moorfrosch

(Ähnlichkeiten rein zufälligI)

Roberts Braut, die Rosmarie
erinnert sich noch gern an die
Schulzeit und den Unterricht.
Als Herr Dreßler freundlich spricht:
„Geh‘ mal in das Kartenzimmer.
Die gleiche Karte bring‘ wie immer!“

Vergnügen machte wie noch nie
das Lieblingsfach Biologie.
Man konnte experimentieren
und mal einen Frosch sezieren;
oder auch einen mitgebrachten
Wurm unter‘m Mikroskop betrachten.

Man darf es ja auch nicht vergessen:
s‘ gibt Leute. die gern Frösche essen.
Auch Eulen, Uhus, Störche eben
trachten dem Hüpfer nach dem Leben.
Denn ohne schimpfen, meckern, fluchen
muß er sich doch ne Gattin suchen.

Doch solche unscheinbaren Dinger
deuten oft mit nacktem Finger
dann auf ihn. Lachen sich schief.
Sie finden ihn nicht attraktiv.
Doch er weiß es längst genau,
ist man erst mal richtig blau,

wird sie sich sofort ergeben.
Wieviel schöner ist das Leben,
gluckst zärtlich er dann noch für sie
romantisch eine Melodie.
Jedoch wird bald er dann ergrauen,
und sie wird nach ,nem andern schauen.

denn blau wird nun der Rana arvalis,
das ist Natur und deshalb auch gewiß,
Auch nur in der Verlobungszeit
ist er zur Pflichtübung bereit
gelegentlich, wenn er mal möchte.
Da hat sie keine alten Rechte.

Denn schließlich weiß sie nie genau,
für wen wird er denn diesmal blau
der Moorfrosch, blau so für drei Wochen,
dann kommt er jammernd angekrochen,
und die Fröschin trägt ihn dann spazieren.
„Ein Glück, das kann uns nie passieren“

denkt sich die Rosmarie und tröstet sich:
ach nö, so‘n blauer Frosch wär‘ nix für mich!“
Jedoch der kluge Lehrer spricht:
„Ach Kind, so selten sind die blauen Frösche nicht.
Und nie wird auf den Hinweis dann verzichtet:
ja, die Natur, die hat es halt so eingerichtet!“

Und in grüblerischen, nachdenklichen Stunden
hat man schon längst den Schuldigen gefunden
für das, was so die Menschheit hat verbockt.
Ruiniert, zerstört, vernichtet und verzockt.

Das ist NATUR. Die hat sich all das ausgedacht.
Wir sind die Opfer ihrer Fantasie. (Na, dann gut‘ Nacht!)

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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