In des Waldes dunklen Tiefen….

In des Waldes dunklen Tiefen
hört man oft ein lautes Schniefen,
und ein Grummeln und ein Grunzen.
Das kann einem doch verhunzen
die Neugier, in den Wald zu gehen
und auch erst mal nachzusehen,
was denn die Geräusche macht.
Meist am Tag, doch auch bei Nacht.

Manches Mal sieht man auch Beine
und dazu gehören Schweine,
die sich im Dickicht verbergen,
bei den Pilzen und den Zwergen.
Sie sind nicht schön, doch schmecken gut,
wenn sie gebraten, und man tut
noch allerhand Gewürz dabei.
Fertig ist die Schweinerei.

Und auf ihren festen Beinchen
tollen rum die kleinen Schweinchen,
bis der Waidmann schleicht heran,
daß er besser zielen kann.
Bums! Da hat er eins erwischt.
Sechs sind noch da, da machts ja nischt,
wenn nun eins plötzlich davon fehlt.
Hat die Sau denn nachgezählt?

Doch manchmal ist es umgekehrt,
wie schon die Erfahrung lehrt.
Gemütlich auf nem Baumstumpf sitzen
ist nicht ratsam – besser flitzen,
und recht schnell. Man denkt nicht dran,
daß ein Wildschwein rennen kann.
Und so ein Schwein kann einen gar nicht leiden,
da sollte besser man Kontakt vermeiden.

Erst war der Jägersmann so stolz,
jetzt rennt er durch das Unterholz,
sucht voll Angst und Schreck das Weite.
Tja – das war eine große Pleite.
Vor Schreck hat er das Schießen ganz vergessen,
nun muß man Sonntag etwas and’ res essen.
„Ist nicht so schlimm“ sagt seine Frau, die Anneliese,
„dann essen wir zur Abwechslung halt mal Gemüse.“

Die Schweine fanden’s wunderbar,
daß die Familie noch beisammen war.
Die Kinder und die Eltern noch komplett.
Nur Försters gingen mißgestimmt ins Bett.
Ein Sonntag ohne Braten, nur Gemüse – also nee!
Das ist ja fast wie ohne Kaffee – nur mit Fencheltee!
„Schieß doch mal’n Hasen“ sagt die Anneliese,
gut zubereitet schmecken ja auch diese.“

GUTE NACHT…….

L E W I

Berlin, den 7. August 2009

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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