Murmeltiere

In den Alpen, ganz weit oben,
wo die kalten Winde toben,
kann man auf den Bergeshöh‘n
öfter Rinder weiden sehn.

Und die schöne Sennerin
blickt besorgt zum Himmel hin.
Denn vielleicht passiert es heute,
daß nach einer fetten Beute

stürzt ein Steinadler hernieder.
Und er schüttelt sein Gefieder
und dann ohne viel Theater
greift er den Familienvater

einer Murmeltier-Gemeinschaft.
Schicksalsschwer dahingerafft.
Der Warnpfiff kam etwas zu spät.
Da sieht man wieder, wie es geht.

Rücksicht kennt das Schicksal nicht.
Großvater Murmel deshalb spricht:
„Wir müssen uns organisieren.
Nochmals darf so was nicht passieren!“

In den kalten Alpenhöhen
kann man Murmeltiere sehen,
die, das will man ja kaum fassen.
hat die Eiszeit hinterlassen.

Und die Kinder sagen brav:
„dann machen wir jetzt Winterschlaf“
Aber nach nem halben Jah (r)
sind se alle wieder da.

In Vorarlberg und Graubünden
kann man sogar Leute finden,
und das sollt‘ man nicht vergessen:
die die Murmeltiere essen.

Ob Murmeltier, ob Rind, ob Schwein,
der Mensch, der pfeift sich alles rein.
Und er fragt sich ums verrecken:
„Was soll das, wenn sie so gut schmecken?“

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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