Wer kennt ihn nicht…..

Wer kennt ihn nicht, den Vogel Strauß:
im fernen Afrika ist der zu Haus.
Er ist sehr gut zu Fuß, er kann nicht fliegen,
und trotzdem ist er nicht sehr leicht zu kriegen.
Weil er, wie weiland Nurmi, rennen kann.
So schnell kommt keiner deshalb an ihn ran.

Die Natur macht ja mitunter ihre Faxen,
denn dem Strauß sind Flügel nicht gewachsen,
mit denen er wie’n Adler in die Lüfte steigt.
(Das Modell ist irgendwie vergeigt).
Auf welchem Ast auch könnte er sich niederlassen?
Der bricht doch ab – da kann er es auch bleiben lassen.

Die Löwen haben rausgefunden: der schmeckt gut.
Der Strauß gibt Fersengeld – der Leu gerät in Wut,
er rennt wie’n Wilder, doch der Strauß ist schneller,
und beim Leu bleibt leer der Abendbrotteller.
Die Leoparden haben auch noch Hunger heute
und lauern deshalb gierig auf ‘ne fette Beute.

Doch Pech gehabt, die Beute rennt im Sauseschritt,
da kommt so’n oller Leopard nun auch nicht mit.
Und ziemlich scharfe Krallen hat er auch, der Strauß,
da säh’ der Leopard bestimmt sehr komisch aus,
wenn er damit was abkriegt einmal auf die Flappe.
(Denn so’n Fußtritt ist wahrscheinlich nicht von Pappe).

Ach, armer Strauß, man weiß, das Leben, das ist hart.
Auch dir bleibt ja vom Schicksal nichts erspart.
Wir essen hier schon Rinder, Schweine, Ziegen,
wir können Känguruh- und Krokodilfleisch kriegen,
wir essen Pferdefleisch und Ferkel, Hasen, Kälber,
(eines Tages essen wir vielleicht uns auch noch selber).

Wir essen Gänse, Enten, Hühner, Wachteln, Tauben,
wir essen viele Sorten Fische, und wir glauben
wir hätten bei der Auswahl noch etwas vergessen:
jetzt müssen wir auch Straußenfleisch noch essen.
Es ist ja wirklich manches Mal schwer das zu verdauen!
(Ich werd’ mir jetzt zwei Eier in die Pfanne hauen)

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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