Trübe ist der Sonntagmorgen

grau und finster, ungemütlich.
Na, ich dreh‘ mich erst mal um
und dann schlafe ich noch friedlich
für ein Stündchen oder zwei,
das kann ich mir heute leisten.
Weg sind alle Alltagssorgen.
Ja, so halten es die meisten

Leute, die Erholung brauchen
von des Alltags Widrigkeiten,
die uns manchmal penetrant
auf dem Lebensweg begleiten.
Und am Mittag, ausgeruht,
fläzt man sich gleich in den Sessel,
und dann muß man wieder aufsteh‘n,
denn das Wasser kocht im Kessel.

Fertig ist jetzt der Kaffee,
Brötchen, Butter, Konfitüre.
Und die Zeitung liegt auch da.
Das Radio spielt die Ouvertüre
nun zu „Zar und Zimmermann“.
Dabei fiel mir plötzlich ein:
endlich muß der Tischler kommen,
am Küchenstuhl wackelt ein Bein.

Heller will es wohl nicht werden,
und es nieselt vor sich hin.
Nicht einmal der Hund will rausgeh‘n,
und drum bleibt man lieber drin.
Zündet sich die Kerzen an,
die mit ihrem warmen Schimmer
still verbreiten gold’nes Licht
in dem bisher düstren Zimmer.

Fauler Tag und so gemütlich,
aber schnell geht er vorbei,
und dann ist es wieder Montag
und man steckt im Einerlei.
Doch die trüben, dunklen Tage
wird es noch ne Weile geben.
Schließlich ist es ja nun Herbst,
und auch der gehört zum Leben.

(8 qcht a c h t Grad heute früh und es bleibt so
on den kommenden Tagen…. !)

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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