Au Backe

Was ja der Natur mitunter einfällt – ,
ach, wer wollte das verstehen.
Es gibt öfter wirklich Dinge,
die hat man vorher nie gesehen.

Denn es gibt zuweilen Menschen,
die an der Hand sechs Finger haben.
Dieses kommt tatsächlich vor
mal bei Mädchen, mal bei Knaben.

Doch von solch extremen Dingen
will ich hier ja nichts erzählen
und womöglich die Betroffenen
damit sicher auch noch zu quälen.

Es stellte nämlich sich heraus:
es hat das arme Hundekind
fünf Zähne an besagter Stelle,
wo es gewöhnlich ja nur viere sind.

Dagegen muß man etwas unternehmen.
Man kann das Opfer nicht verschonen.
Denn es sieht nicht besonders aus,
ist lästig und es stört die Proportionen.

Man mußte einen Hundedoktor konsultieren
zur Feststellung gewissenhafter Diagnose.
Denn nach entsprechendem studieren:
Ein Zahn muß raus. Und zwar mit Vollnarkose.

Frauchen ist total verdattert,
denkt, sie wird narkotisiert,
daß sie von dem ganzen Drama
auch kein kleines bißchen spürt……

„Nein“ – sagt da zu ihr der Doktor,
„in einem Irrtum sind Sie da befangen.
Denn dieses Narkotikum
muß ja in der Hund gelangen.

Ich werde ihn nun pieken mit der Spitze,
denn erstmal bekommt er eine Spritze.“
Der Hund war ruhig und schlummerte,
doch hinterm Doktor wummerte

es dumpf. Es gab dann einen Bums,
und das Frauchen machte Plumps.
Der Doktor zog den fünften Zahn,
sah sich den Hund noch einmal an,

befand, das alles gut geklappt,
hat dann das Frauchen sich geschnappt,
in einen Sessel es verfrachtet,
denn es war zur Zeit umnachtet.

Bald konnt‘ der Hund schon wieder bellen
und zu Frauchen sich gesellen,
das sich schon ein wenig rührte
und die Hundenase spürte.

Sich für alles nun bedankend,
verließen sie gemeinsam schwankend
den Ort des Schreckens. Ab nach Hause
Ohne Rast und ohne Pause.

Sinnend stand der Arzt noch stumm
für ein paar Augenblicke rum,
als ob er selbst sich etwas fragte.
Dann ging er zur Tür und sagte:

„DER NÄCHSTE BITTE…..“

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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