Unzufrieden

Frühmorgens war beim Starfriseur
es im Salon noch ziemlich leer.
Ein brauner Bär kam aus dem Zoo
und fragte brummig; also wo
kann ich mich niederlassen?
Der Meister konnte es nicht fassen.
Er war auf einen Stuhl gesunken.
„Ja, hab‘ ich gestern was getrunken?“

Beherzt fragt Rosi: „Waschen, legen?
Das Fell im ganzen extra pflegen?“
„Nein, bitte bleichen, extra weiß!
Ich bin so braun, mir ist so heiß.
Ich möcht‘ mich wie die Eisbär‘n tummeln
und unerkannt dazwischenschummeln.“
Er hatte sich zunächst gesträubt;
dann hat man ihn mit Mehl bestäubt.

Als er zurückkam, ziemlich froh,
lief zu den Eisbär‘n er im Zoo
und freute sich ob seiner List.
Ob die ihm wohl gelungen ist?
Er nahm ein Bad im kalten Wasser.
SeinFell, es wurde immer nasser.
Verklebt, verkleistert sah er aus
und stieg verschämt nun wieder raus

aus seinem feuchten Bad.
Das nun genützt ihm gar nichts hat.
Der kluge Eisbär Valentin
sah‘ mitleidsvoll zu ihm jetzt hin
und auch zwei Pinguine
mit hochmütiger Mine
wollten sich lustig machen.
„Was sind denn das für Sachen“

schimpft da der Seehund Jonathan;
nimmt sich des armen Braunbär‘s an
und ruft den Wärter jetzt herbei,
so daß bald wieder Ordnung sei.
Der braune Bär denkt: „So ein Mist.
Stets muß man bleiben was man ist.
Das soll‘t man dann auch gerne bleiben,
und damit keinen Unfug treiben!“

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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