Das sind die Wunder der Natur

Auf dieser Welt sind wir bekanntlich nicht alleine.
Mancher hat vier, mancher hat sechs, wir ha‘m zwei Beine.
Die Schöpfung hat bestimmt sich dabei was gedacht:
mitunter gibt‘s auch solche, und die haben acht.
Das ist nicht alles – ach, beileibe weit gefehlt:
bei vielen hat die Beine man noch nicht gezählt.

Sie leben schweigend und versteckt sehr oft inmitten
uns‘rer Gesellschaft, unbemerkt, mit ihren Sitten.
Sie pflegen schweigend seltsame Gebräuche
in der Stille und vermeiden stets Geräusche.
Sie verzieh‘n sich in die Nischen, gut versteckt
und werden zufällig mitunter mal entdeckt.

Wir kennen ja verschiedene Klimazonen (siehe WM)
wo außer Menschen auch noch and‘re Lebewesen wohnen.
Manche kennt man ja, doch manche kennt man eben nicht,
Den geht man aus dem Wege und begegnet ihnen nicht.
Nur die Wissenschaft und Forscher sind zugange.
So ‘nem Touristen wird da manchmal Angst und Bange.

Die Experten haben es inzwischen nachgezählt,
es gibt etwa zwanzigtausend Arten auf der Welt
von Spinnen. Künstler, die bewundernswerte Netze weben,
in denen hilflos dann, gefangen ihre armen Opfer kleben.
Und auch bei uns gibt‘s Sorten, eben solche Arten,
die hundsgemein und im Versteck geduldig warten,

bis sich ein Opfer, also eine fette Beute naht.
Da ist so‘n Spinnenweib besonders forsch auf Draht.
Naht sich ein Männchen vorsichtig zwecks Paarung,
läßt sie das kalt, verfressen ist sie, giert auf Nahrung.
Kaum konnte er „ich mag dich“ vorsichtig noch lallen,
ist er beireits zum Opfer ihr schon längst gefallen.

Sechs Bewerber konnte sie genüßlich schon verspeisen.
mußte jedoch inzwischen sich auch mal beweisen:
ich werde alt und muß für Nachwuchs sorgen.
Mal sehen, vielleicht kommt wieder einer morgen.
Ich darf trotz Appetit es in der Eile keinesfalls vergessen:
der Gute wird erst hinterher genüßlich aufgefressen .

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(Alle Spinnen sind Räuber, deren bevorzugte Beute
Insekten bilden. Eine interessante These ist, daß ohne
ihre ständige Insektenvertilgung menschliches Leben
nicht möglich wäre. Auf einen Quadratmeter Boden
lebt in Mitteleuropa mindestens eine Spinne.)

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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Eine Antwort zu Das sind die Wunder der Natur

  1. haluise schreibt:

    VORBILDLICH, vorbildlich
    für uns frauen
    auch WIR brauchen nur wenig männeken auf eine grössere zahl wiibli

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