Der Winter stand schon eine Weile vor der Tür

Der Winter stand schon eine Weile vor der Tür,
nun ist er einfach reingekommen.
Ob’s uns gefällt, oder ob nicht,
davon hat er nicht mal Notiz genommen.
Kommt einfach rein, so ungefragt,
bringt auch noch Kälte mit und Schnee!
Man tritt des Morgens vor die Tür
und rutscht gleich aus. Plumps! Ach herrjeh!

Na ja! Ist noch mal gut gegangen.
Der Winter dauert ja noch eine Weile,
man wird bestimmt noch öfter fallen.
Bis zum Frühjahr ist dann alles wieder heile.
Man kann ja auch die ganze Zeit zuhause,
mit Zeitung, Büchern und so weiter sitzen.
Sich informieren über Politik und Wirtschaft,
und dabei tüchtig das Gemüt erhitzen.

Ob das nun wirklich sich als so erhebend
und so erbaulich könnte wohl erweisen?
Man könnt’ ja einfach in die Südsee,
oder wo’s warm ist, hin verreisen.
Man kann auch mutig einfach sagen:
na gut, der Winter bleibt ja eine Weile hier.
Sorgt nun für Frost und Eis und Schnee.
Er muß ja kommen, kann ja nicht dafür.

Die weiten Felder sind dann zugedeckt
mit einer großen weißen Decke.
Eiszapfen haben sich am Dach gebildet
und hängen dort bis hin zur Ecke.
Der See lädt ein zum Schlittschuhlaufen,
spiegelblank und gänzlich zugefroren,
da haben Groß und Klein nun ihren Spaß,
sind feste eingepackt bis an die Ohren.

Im Frühling ist es schön, wenn die Natur erwacht,
herrlich der Sommer: lang der Tag und kurz die Nacht.
Schön ist der Herbst mit leuchtend bunten Farben.
Der Winter kommt mit klarem Frost. Der weiße Schnee
bedeckt wohl eine zeitlang viele Narben.

Über hildegardlewi

... ist 1934 in Berlin geboren und sozusagen „Geprüfte Berlinerin“. Vorkriegsjahre, Kriegsjahre, Blockade, Nachkriegsjahre, die Zeit der Mauer und die Zeit nach ihrem Fall. Lange Berufsjahre, drei Kinder, drei Enkelkinder, die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen und schließlich die Wiedervereinigung, das sind viele ernste – und weniger ernste Geschichten. Manche Leute führen ein Tagebuch. Ihr Tagebuch sind Gedichte. Die ihr spontan aus dem Kopf über die Lippen purzeln und die sie dann schnell einfängt und aufschreibt. Nachdenkliche, sicher, die meisten aber sind zum Lachen. Wie sonst könnte man dies schrecklich schöne Leben aushalten? Viel Vergnügen ;D sagt ihr Sohn
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